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Statement

Dienstag, 28. Juli 2015

Finanzierung der Volkshochschulen muss verlässlich sichergestellt werden

Stellungnahme im Rahmen einer Pressekonferenz des Bayerischen Volkshochschulverbandes

Sehr geehrte Damen und Herren,

um eines im Vorhinein klar zu stellen: Die Bayerischen Bezirke sind nicht Träger von Volkshochschulen. Denn unsere Verfassung hat in Artikel 83 die Erwachsenenbildung dem eigenen Wirkungskreis der Gemeinden zugeordnet.

Dass ich heute als Vertreter des Bayerischen Bezirketages trotzdem an dieser Pressekonferenz teilnehme, hat aber gute Gründe: Zum einen vertrete ich seit über zehn Jahren die Bayerischen Bezirke im Vorstand des Bayerischen Volkshochschulverbandes und kenne die Herausforderungen daher sehr genau. Zum anderen war ich als langjähriger Landrat des Landkreises Bamberg für eine der größten Volkshochschulen Bayerns mit rund 100 Außenstellen verantwortlich. Aus dieser Erfahrung heraus weiß ich, dass die Volkshochschulen sehr nahe am Bürger sind. Sie greifen aktuelle Themen und Strömungen sehr schnell auf. Sie geben aktuelles Wissen und Lebenshilfen auf kompetente Art und Weise an die Bürgerinnen und Bürger der jeweiligen Region weiter.

Die Anliegen, die meine Vorredner Dr. Ulrich Maly und Josef Mendel angesprochen haben, sind auch die Anliegen des Bayerischen Bezirketages. Auch wir waren an der Erarbeitung der Gemeinsamen Erklärung zur öffentlich verantworteten Erwachsenenbildung beteiligt und haben diese mit unterzeichnet. Auch uns ist die Zukunft der Volkshochschulen besonders wichtig!

Wenn in Ziffer 3 der Gemeinsamen Erklärung die Volkshochschule als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge definiert und die interkommunale Zusammenarbeit als wichtige Arbeit hervorgehoben wird, dann sind auch die Bezirke mit im Boot.

Was bedeutet dies konkret?
In unseren Zuständigkeitsbereich fallen die regionale Kultur- und Heimatpflege, die Gesundheitsvorsorge, insbesondere die Psychiatrie, aber auch wichtige Themenbereiche im Sozialwesen wie beispielsweise Hilfen für Menschen mit Behinderung. Hier haben wir hohe Kompetenzen und es ist uns wichtig, diese auch den Bayerischen Volkshochschulen zur Verfügung zu stellen.

Wenn die soziale, kulturelle und politische Teilhabe breiter Schichten der Bevölkerung in Ziffer 1 der Gemeinsamen Erklärung hervorgehoben wird, dann legen wir als Bezirke großen Wert darauf, dass auch Menschen mit Behinderung einbezogen werden. Auch für sie sind lebenslanges Lernen und andauernde Weiterbildung von zentraler Bedeutung.

Es ist uns deshalb ein großes Anliegen, die Grundsätze der Inklusion auch in der Erwachsenenbildung zu verankern.

Wenn der große Pädagoge Johann Amos Comenius schon Mitte des 17. Jahrhunderts forderte, (Zitat) „Allen Menschen alle Dinge der Welt in grundlegender Weise beizubringen“, dann gilt dies gerade auch für die Menschen, die auch heute noch oft am Rande stehen. Aber auch diese haben ein Recht auf Teilhabe! Ein besonderer Akzent im breiten Aufgabenfeld der Volkshochschulen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Volkshochschulen müssen all diese heute beschriebenen Aufgaben schultern. Dazu muss aber auch die Finanzierung der Volkshochschulen dauerhaft und verlässlich sichergestellt sein. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen tragen ja schon die Hälfte der Gesamtkosten. Auch darauf möchte ich nochmals deutlich hinweisen. Die kommunalen Finanzierungsanteile liegen über dem Bundesdurchschnitt. Auch aus der Sicht des Bayerischen Bezirketages ist deshalb nun endlich der Freistaat Bayern in der Pflicht, seine Zuschüsse deutlich anzuheben.

Nur dann können die über 200 Volkshochschulen in Bayern mit ihren über 1000 Betriebsstätten, die in einem integrierten Bildungssystem unverzichtbar sind, neue Herausforderungen meistern und mit Optimismus in die Zukunft blicken.

 

Weitere Informationen:

Pressemitteilung des Bayerischen Volkshochschulverbandes

 

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